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28-04-19
Rubrik: Pressebericht, Fessenheim
BZ: Tschernobyl-Jahrestag

Nur wenige Teilnehmer bei Demonstrationen gegen Akw Fessenheim


Der Demonstrationszug in der Colmarer Altstadt | Foto: Julius Steckmeister

Zum Jahrestag des Reaktorunglücks in Tschernobyl demonstrierten Aktivisten in Breisach und Colmar gegen das Akw Fessenheim. Sie kündigten an, die Abschaltung des Werks begleiten zu wollen.

Am 26. April 1986 explodierte einer der vier Reaktoren des Kernkraftwerkes im ukrainischen Tschernobyl. Um an den Unfall und seine katastrophalen Folgen zu erinnern, aber vor allem um einmal mehr die Schließung von Frankreichs ältestem Atommeiler in Fessenheim zu fordern, veranstalteten am Samstag Anti-Atomkraft-Organisationen von diesseits und jenseits des Rheins einen Aktionstag.

Klagen über Schönwetterdemonstranten

Panflötenklänge aus der Konserve, eine steife Brise und hin und wieder ein Regenschauer erwarteten die Demonstranten am Vormittag am Anleger der Breisacher Fahrgastschifffahrt. Die Organisatoren hatten eigens ein Schiff gechartert, um auch zu Wasser auf die Gefahren der Atomenergie hinzuweisen – und zwar vor allem mit Musik. Das Protest-Orchester "Lebenslaute" war angereist, um die an Land zurückgebliebenen Demonstranten und Passanten musikalisch ins Anti-Atom-Boot zu holen. Allein, der vom Initiator der Breisacher Montags-Mahnwache, Gustav Rosa, angeführte Protestzug entlang der Uferpromenade bestand aus gerade einmal gut zwei Dutzend Aktivisten. Das Wort von den "Schönwetterdemonstranten" machte die Runde.

An Bord hatten sich immerhin rund 60 Menschen, darunter Bad Krozingens Bürgermeister Volker Kieber, eingefunden, um den "Lebenslauten" zu lauschen. Er sollte indes der einzige Rathauschef bleiben. Bei der anschließenden Kurzkundgebung auf dem Breisacher Marktplatz wurde vergebens auf den angekündigten Besuch von Stadtoberhaupt Oliver Rein gewartet.

Unverständlich – oder vielleicht auch nicht, grübelte ob der insgesamt eher geringen Resonanz Bernhard Vogel. Der Architekt aus dem Breisacher Teilort Niederrimsingen ist Mitglied des Vereins "Rimsingen – Lebenswert", der sich ebenfalls für die Schließung des AKW Fessenheim engagiert. Sogar einen Videoclip habe man produziert. Nicht nur, um die Gefahren, die von dem gut 40 Jahre alten Kernkraftwerk ausgehen, drastisch darzustellen, sondern auch, um für den Protest womöglich jüngere Leute zu gewinnen, sagte Vogel nicht zuletzt angesichts des Altersdurchschnitts der Aktionstagsteilnehmer, die größtenteils deutlich älter waren als der französische Reaktor. Den Clip gibt es unter dem Stichwort "Zeitbombe AKW Fessenheim" auf Youtube zu sehen. Keines der Kinos, denen man das Filmchen angeboten habe, habe bisher den Mut gefunden, es zu zeigen, so Vogel.

Fast wie in dem Film, mit Schutzanzügen und Bauhelmen kostümiert, präsentierte sich der harte Kern der französischen Demonstranten in Colmar. Bereits für 2012 sei die Schließung des AKW Fessenheim avisiert worden, hieß es auf der Kundgebung auf der Place de la Mairie. Unzählige Störfälle seien seither im Reaktor registriert worden. Unsäglich sei die Tatsache, dass von einem möglichen Unfall ein Umkreis von zirka 100 Kilometer und damit rund sieben Millionen Menschen betroffen wären, stand auch auf den Flyern zu lesen, die eifrig unter das flanierende Volk gebracht wurden. Im Verbund mit den deutschen AKW-Gegnern zog man durch Colmars Altstadt hin zur Place du Koiffus, wo nochmals Kurzansprachen und die "Lebenslaute" auf dem Programm standen. Zuversichtlich in Sachen AKW-Schließung im kommenden Jahr gab sich der Freiburger Musiker, Verleger und Aktionstag-Mitorganisator Jörg Künzer. "Wir werden das Ende konstruktiv begleiten", kündigte er an.


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