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Montag, 31.07.2017

328. Montagsdemo in Breisach als Parallelaktion zu der Antiatomkundgebung in Müllheim.

Bei 29°C kamen 36 namentlich bekannte Atomkraftgegner aus Breisach, Vogtsburg, March, Umkirch, Gottenheim, Merdingen, Rouffach und Colmar (9 x SPD, 2 x ULB, 1 x CDU, 3 x Elsass), zuzüglich der ca. 120 Teilnehmer der Tour de Natur 2017 und zahlreiche spontane Besucher auf den Neutorplatz.

Wieder außergewöhnliche Aktionen. Um 10:30 Uhr warteten wir vor der Rheinbrücke bei Hartheim zusammen mit Suzy von stop Fessenheim Colmar auf die Tour de Natur. Die Teilnehmer trafen pünktlich um 10:50 Uhr ein, begleitet von einer Polizeieskorte. Nach einem kurzen Zwischenstopp mit Abgabe der Tourbeschreibung auf den französischen Straßen ging es über die Brücke in Richtung Rheininsel. Schon auf den ersten Kilometern im Elsass zeichnete es sich ab, dass die Vorgaben der Prefecture so nicht einzuhalten sind.

Der erste Zwischenstopp auf der Rheininsel - für Fotoshootings gedacht - verzögerte sich. Die Teilnehmer konnten sich nicht zu einem Gruppenbild mit den beiden Reaktoren im Hintergrund zusammenfinden. So blieb es bei einzelnen Schnappschüssen.

Auch die zwei Kilometer bis zum Place de la Maison des Energies verstießen gegen die Auflagen der französischen Behörden. So ergaben sich dann auch die ersten Diskussionen zwischen der Tourleitung und der Gendarmerie. Während die TdN darauf bestand, die rechte Fahrbahn der Straßen zu benutzen, bestanden die Gendarmen darauf, nur auf den ausgewiesenen Radwegen zu fahren.

Bis in den Ort Fessenheim klappte das einigermaßen (s. Video), dann standen Poller und Engstellen dem reibungslosen Weiterfahren im Weg. So wurde die Tour de Natur auf den Verkehrswegen fortgesetzt. Die Konfrontation steigerte sich im weiteren Verlauf, und das Hinzuziehen der deutschen Polizei brachte auch keine Einigung. Zum Eklat kam es dann in Neuf-Brisach, wo die Tourleitung einfach abgesetzt wurde. Unsere Mitstreiterin Suzy und auch die Gendarmen gaben schließlich entnervt auf. Die TdN setzte ihre Fahrt auf eigene Verantwortung fort.

Immerhin kamen dann alle mit reichlicher Verspätung aber wohlbehalten auf dem Neutorplatz in Breisach an. Der vorbereitete Parkplatz wurde gerne angenommen. Es dauerte eine Weile, bis sich (fast alle Teilnehmer) auf den Neutorplatz hinüber begeben haben. Hier spielte Theo schon fleißig seine Protestlieder.
Gustav begrüßte in seiner Ansprache alle Anwesenden. In Vertretung des Bürgermeisters (der später doch noch vorbeischaute) überbrachte Lothar Menges die Grußworte der Stadt Breisach.
Susanne Timm stellte die TdN kurz vor. Sie bedankte sich für den freundlichen und perfekt organisierten Empfang und kündigte die Vorstellung der Theatergruppe an.

Diese legte auch anschließend zweisprachig los. In einem tiefgründigen Sketch wurden die Ursprünge der Atomkraftenergieverwertung dargestellt. Aus einem "Kinderspielzeug" entwickelt sich die Atomindustrie, und es entstehen dann unter dubiosen Einflüssen aus Wirtschaft und Politik - vorbei an den Bürgern - die Atomkraftwerke. Die Gefahren werden heruntergespielt und die Entsorgungskosten auf den Steuerzahler abgewälzt.

Buki erinnerte in seinen Protestliedern an den erfolgreichen Widerstand in Marckolsheim, Wyhl und Kaisersaugst. "Mir sin eifach wieder do!" hat auch heute, nach über 40 Jahren Protestbewegung, nichts von seiner Aktualität verloren.

Mit großem Geleit wird die TdN verabschiedet. Mit reichlich Verspätung wird die Weiterfahrt nach Freiburg angetreten. Die Polizei eskortiert die Fahrradkolonne, die dann auch unversehrt im Rieselfeld ankommt.

Unsere Mahnwache geht derweil weiter. Carmen hat Häppchen und Sekt vorbereitet. Bürgermeister Oliver Rein gesellt sich auch noch dazu. Er gibt zu, anfangs kein bekennender Atomkraftgegner gewesen zu sein. Inzwischen hat sich seine Einstellung - auch im Hinblick auf die Zukunft seiner Kinder - verändert. Er spricht der Mahnwache Breisach seinen Respekt für das Durchhaltevermögen aus und sagt zu, in Zukunft wieder einmal vorbeizukommen.
Bezüglich der zurzeit abgeschalteten Reaktoren im AKW Fessenheim bestätigt er die Prognosen der Mahnwacher, dass diese nicht wieder hochgefahren werden. Hierzu führt er auch die Äußerungen wichtiger Lokalpolitiker aus dem Elsass auf. Auch die Notwendigkeit einer wirtschaftlichen Neurordnung im Elsass nach dem Aus des Atomkraftwerks verspricht er zu unterstützen.

Um 19 Uhr geht die überlange 328. Montagsmahnwache zu Ende. Der Aufwand hat sich gelohnt. Die Protestbewegung im Dreyeckland hat ein Mal mehr gezeigt: Wir sind wachsam, wir sind bereit. Wir agieren grenzüberschreitend. Wir hören nicht eher auf, bevor die atomare Bedrohung durch die bestehenden Atomkraftwerke im Dreyeckland nicht endgültig gebannt ist.

Unsere nächste Mahnwache findet am 7.08.2017 statt.

Text: Gustav Rosa - SPD-Breisach
Fotos: Carmen Deininger - SPD-Umkirch, Gustav Rosa und Claudia Collet - SPD-Breisach, Irmgard Orthmayr - privat

Bilder 31.07.2017

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